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Flyer selbst gestalten – wie „Mach mal eben“ zum Zeitfresser wird. (Interview mit einem Kunden aus Greven)

In diesem Artikel erfahren Sie, wie die WiR Solutions GmbH aus Greven bei der Gestaltung der eigenen Flyer vorgegangen ist und welche Hürden dabei entstanden sind.

Warum hat sich das Unternehmen später doch für professionelles Design entschieden? Und wie läuft die Zusammenarbeit jetzt ab? Mehr dazu in der zweiten Hälfte dieses Artikels.

Ganz kurz zur Vorgeschichte:

Meinen Kunden, die WiR Solutions GmbH, lernte ich durch eine Weiterempfehlung kennen. Als Spezialisten für IT-Projekte, Breitband und Datenschutz agiert sie deutschlandweit. Ihr Hauptsitz liegt in Greven im Münsterland.

Heleen Urbanek ist bei WiR Solutions die Ansprechpartnerin für Datenschutz und Kommunikation. Sie ist außerdem zuständig für das Marketing des Unternehmens.

Mein erster Auftrag war ein mobil optimiertes Webdesign. Schon damals waren Heleen und ich schnell ein eingespieltes Team.

Bei Terminen vor Ort in Greven bin ich dann auf einige selbst gestaltete Flyer aufmerksam geworden. Ich habe Heleen darauf angesprochen, doch zunächst sollten die Flyer weiterhin intern gestaltet werden. Das hat mich neugierig gemacht.

Welches sind die Gründe, weshalb Unternehmen ihre Flyer selbst gestalten?

Wenn ich selbst spontan Argumente zusammentragen müsste, … ich würde denken, dass Unternehmen zum Beispiel diese Gründe im Kopf haben:

  • es geht schneller, weil derjenige der die Gestaltung macht, im Haus ist
  • es ist preiswerter
  • wir wissen selbst am besten, was wir mitteilen möchten

Ich wollte gerne genauer wissen, wie ein Unternehmen über diesen Punkt selbst denkt. Daher habe ich mit Heleen Urbanek gesprochen.

Wie war es bei euch, Heleen?

 

Heleen:

„So ähnlich war es bei unseren Flyern auch: Es hieß oft kurzfristig vor einer Messe oder einem wichtigen Termin „Mach mal eben“. Es ging in erster Linie darum, etwas in der Hand zu haben, womit man zum Kunden gehen kann.

Es sollte schnell gehen. Und zu Beginn spielten auch die Kosten sicherlich eine Rolle. Darum haben wir selbst die Gestaltung der Flyer übernommen.“

Wie bist du bei der Gestaltung der Flyer vorgegangen? Und welche Hürden gab es?

Heleen:

„Ich habe das meiste im Programm Word gestaltet. Das ist einfach die Software, mit der wir tagtäglich arbeiten.

Es hat immer einiges an Zeit gekostet, nach Bildern zu suchen und die einzelnen Texte und Bilder so zu platzieren, dass man damit zufrieden sein konnte.

Die Software stand mir bei der Gestaltung oft im Weg, weil sie nicht für Design ausgelegt ist. Genaue Ausrichtung war da schwierig und letztendlich geht man dann schon mal Kompromisse ein.

Wenn ich letztlich mit der Gestaltung soweit zufrieden war, kam die nächste Hürde … die Druckdaten.

Druckergebnisse von hoher Qualität konnten wir mit unseren Gestaltungsdaten nicht erreichen. Es fehlten immer die technischen Möglichkeiten, Druckdaten so aufzubereiten, wie die Druckerei sie braucht. Anschnitt, Schnittmarken, einbetten von Schriften, Ausgabe der Daten in CMYK Druckfarben … all das geht nur mit der richtigen Gestaltungssoftware. Berücksichtigt man diese Dinge nicht, ist die Qualität hinterher nicht optimal.

Wir haben zwar auch das Gestaltungsprogramm Gimp, doch weil man es so selten nutzt, findet man sich dort nicht richtig ein und überlegt jedes Mal neu.
Darum lohnt sich auch die Anschaffung einer professionellen Gestaltungssoftware für uns nicht.“

Man kann einfach nicht alles selbst

Heleen:

„Die Überlegung bei uns war, ob es Sinn macht selbst eine Fortbildung zu machen, oder ob die Gestaltung lieber an einen Dienstleister rausgegeben werden soll.

Ich habe ein gewisses Auge und kann beurteilen, ob etwas gut gestaltet ist oder nicht. Doch mir fehlt die Erfahrung und das technische Wissen es umzusetzen.

Und irgendwie ist man auch betriebsblind. Wir haben uns gewünscht, dass jemand ‚von außen draufschaut‘ und Ideen mitbringt, wie man bestimmte Inhalte am besten optisch verdeutlicht.“

„Jetzt möchten wir was Gescheites haben.“

Nicole:

 „An welchem Punkt habt ihr entschieden, dass ihr für die Gestaltung eurer Flyer mit mir zusammenarbeiten wollt?“

Heleen:

„Das Unternehmen ist gewachsen und irgendwann kam der Punkt, an dem wir auch optisch professioneller auftreten wollten.

Unsere Zielgruppe können wir mit professionell gestalteten Medien besser ansprechen. Die Qualität unserer Arbeit spiegelt sich auch in der Art wider, wie wir uns nach außen zeigen.

Außerdem können wir die Zeit für die Gestaltung jetzt nicht mehr selber entbehren. Unser Kerngeschäft ist ein ganz anderes und es ist viel zu tun.

Wenn ich die Gestaltung jetzt noch machen würde, würde ich eher Umsatz verschenken als Kosten sparen.“

So arbeiten Heleen und ich jetzt für die Flyergestaltung zusammen:

Heleen übernimmt die Vorbereitung des Flyers:

  • vorab werden die Inhalte gesammelt und zusammengestellt
  • die Texte werden formuliert (zumindest grob, damit man weiß wie viel Platz benötigt wird)
  • mögliche Fragen der Kunden werden vorweg gedacht und mit den Inhalten beantwortet
  • Mit Word erfolgt dann die grobe Planung was auf welche Seite des Flyers soll
  • grafische Elemente deutet Heleen nur grob an (z. B. grobe Skizzen von Schaubildern, Kreise oder Quadrate als Platzhalter für Bilder, Icons und ähnliches)
  • wenn sie sich bei einer Überschrift nicht sicher ist, schreibt sie auch mal verschiedene Varianten und wir beurteilen dann gemeinsam, welche am besten passt

Ein vertrauensvolles „Mach du mal!“

Mit der groben Anordnung der Inhalte – wie oben beschrieben - gibt Heleen die Richtung vor, in die es gehen soll.

Dann gibt sie die Daten für die Flyergestaltung an mich weiter. Sie kann sich sicher sein, dass mir klar ist, wie sie sich das Ergebnis vorstellt. (Heleen: „Der Designer muss mich verstehen!“)

Und detaillierte gestalterische Kenntnisse setzt sie natürlich voraus.

Mit dem Material, das ich von Heleen bekomme, gestalte ich dann den Flyer.

Wenn noch nicht ganz klar ist, welcher Text auf welcher Seite stehen soll, erstelle ich zuerst ein kurzes Gestaltungskonzept. Dabei orientiere ich mich an den gelieferten Inhalten und schaue, was besonders betont werden sollte und welche Abfolge sinnvoll ist.

Dann sende ich Heleen einen Zwischenstand des Flyerlayouts und wir besprechen

  • ob noch etwas geändert werden soll
  • wo inhaltlich noch etwas fehlt
  • und klären offene Fragen

Als Nächstes kümmert sich jeder von uns um die offenen Punkte. Sie trägt noch fehlende Inhalte zusammen und ich nehme die entsprechenden Anpassungen vor.

Heleen behält also das Zepter die ganze Zeit über in der Hand.

  • Sie plant und formuliert die Inhalte
  • schickt mir Bildideen mit, sofern vorhanden
  • und schaut sich Zwischenstände des Flyerdesigns an, damit alles schnell abgestimmt werden kann

Wenn der Flyer fertig ist, kümmere ich mich um die Druckdaten.

Die Druckdaten reicht Heleen dann selbst an die gewünschte Druckerei weiter (bzw. lädt sie bei einer Onlinedruckerei hoch). Das ist ihr am liebsten so. Doch natürlich übernehme ich auch das gerne für meine Kunden!

So sieht der fertige Flyer aus:

Mittlerweile sind schon mehrere Flyer entstanden, die optisch alle aus einem Guss sind.

Gleich und trotzdem immer wieder anders :-)

Da die WiR Solutions GmbH verschiedene Flyer benötigt, die sich im Aufbau ähneln, nutze ich oft auch  vorhandene Designs und baue diese passend um. So werden Kosten gespart, weil einige Designelemente schon feststehen.

Doch trotzdem bietet jeder Flyer auf seine Art wieder Abwechslung, denn ich gehe mit der Gestaltung auf die Inhalte ein. Ich suche für jeden Inhaltsabschnitt eine Darstellung, die das Verstehen so leicht wie möglich macht.

Fazit

Spätestens wenn das Kerngeschäft die ganze eigene Arbeitszeit und –kraft benötigt (oder ab einer bestimmten Unternehmensgröße) schafft man es nicht mehr, Werbeunterlagen selbst zu gestalten.

Ich habe Heleen zum Abschluss gefragt, welches die drei wichtigsten Gründe sind, weshalb die WiR Solutions GmbH Design- und Gestaltungsaufgaben jetzt von mir gestalten lässt. Dies sind ihre Antworten:

  1. „Wir gewinnen Zeit, weil wir uns nicht stundenlang mit Dingen auseinandersetzen müssen, die nicht unserer eigentlichen Tätigkeit entsprechen. Zeit um uns aufs Kerngeschäft zu konzentrieren.“
  2. „Die Ergebnisse sind professionell. Bis zu einem gewissen Grad können wir Dinge gestalten, aber wir können sie nicht bis zum Ende technisch durchführen. Warum also die Gestaltung nicht von Beginn an abgeben und von den hochwertigen Ergebnissen profitieren?“
  3. „Wir schätzen den kreativen Input. Mit deiner Erfahrung weißt du, wie man etwas auch mal anders darstellen und optisch besser betonen kann. Durch den neuen Blickwinkel können wir ganz neue Ideen und Möglichkeiten umsetzen.“

Vielen Dank für das Interview an Heleen Urbanek von der WiR Solutions GmbH in Greven: www.wir-solutions.de

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